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Machen Kinderkrankenschwestern und Kinderkrankenpfleger unterschiedliche Sachen?
„Pfleger“ sind Männer und „Schwestern“ sind Frauen. Der Beruf ist aber derselbe; beide versorgen Kinder und Jugendliche. Obwohl das Wort „Schwester“ im Alltag noch regelmäßig benutzt wird, gibt es seit einiger Zeit eine neue Bezeichnung für diesen Beruf, nämlich Gesundheits- und Krankenpfleger/-in. Die „Schwester“ wird also „Pflegerin“ heißen – auch wenn sie wohl noch lange „Schwester“ gerufen wird ;~)
Es ist übrigens gut, wenn es Pflegerinnen UND Pfleger auf einer Station gibt. Stell dir z. B. einen Jungen vor, der sich das Bein gebrochen hat und mit einem dicken Gips im Bett liegen muss. Auch er muss sich mal waschen, kann es aber nicht alleine. Jetzt sind aber seine Eltern nicht da, die er kennt und ihm helfen können. Wahrscheinlich ist es ihm lieber, wenn ihm ein Mann beim Waschen hilft...?!
Was
macht eine Kinderkrankenschwester mit den Kindern?
Ich gebe dir zum Beispiel
die Medizin, die der Arzt für dich bestimmt hat. Wenn er dich untersucht,
bin ich dabei und helfe ihm. Wenn du im Bett bleiben musst,
helfe ich dir beim Waschen und Umziehen.
Dein Bett mache ich auch, das
kann ich sogar auch dann, wenn du drin liegst. Ich messe deine Temperatur, fühle
deinen Puls und putze mit dir die Zähne.
Wie sieht der Tagesablauf auf einer
Kinderstation aus?
Auf einer Station mit ganz kleinen Babys bestimmen
die den Tag! Wenn eines aufwacht, Hunger hat und weint, kriegt es sein
Fläschchen
und eine frische Windel. Es wird gebadet oder gewaschen, und meist schläft
es dann auch wieder ein. Natürlich brauchen auch die Kleinen meist Medizin,
sonst wären sie ja nicht in der Kinderklinik!
Auf einer Kinderstation
mit größeren Kindern (die, die schon in den Kindergarten gehen oder
noch ältere) gibt es meist, wie bei dir zu Hause:
ab 7:30 Uhr Frühstück. Wenn
du eine Untersuchung hast, wecken wir dich auch mal eher. Davor messen wir
schon deine Temperatur, stellen dich auf die Waage; die Ärzte gucken
nach dir, untersuchen dich, um zu sehen, ob es dir schon besser geht.
Wir bringen
dir Medikamente oder helfen dir beim Inhalieren. Zwischendrin kannst
du dich auch immer wieder hinlegen und ausruhen.
Wenn es dir besser geht und du aufstehen kannst,
haben fast alle Stationen ein Spielzimmer, in dem die Zeit bis zum Mittagessen
auch schnell vorübergeht.
Um 12:00 Uhr Mittagessen. Ganz schön
früh, denkst du? Wenn du später essen willst, ist das kein Problem,
dein Name steht auf dem Tablett (damit dir niemand was wegisst) – und warm gemacht
ist es schnell. Du bist ja krank, vielleicht hast du Bauchschmerzen oder
Fieber, starken Husten oder Durchfall, so dass alles anstrengend für dich
ist und du auch bestimmt noch mal ein bisschen schlafen oder mit Mama
und Papa kuscheln willst.
Am Nachmittag geht es ähnlich weiter: Ich messe Temperatur und
Puls, helfe dir, deine Medizin einzunehmen oder zu inhalieren und bringe dich vielleicht zu einer Untersuchung.
Um 17.00 Uhr Abendessen:
Und nach einem langem Tag
im Kinderkrankenhaus, wo du so viele unterschiedliche Menschen siehst, wünschen
wir dir, dass du ganz schnell einschläfst und es dir morgen etwas besser
geht.
Nachts sind natürlich auch Kinderkrankenschwestern und -pfleger da. Sie
hoffen, dass du ruhig schlafen kannst, auch wenn das Bett nicht deines von zu
Hause ist und meistens noch ein anderes Kind im gleichen Zimmer dabei ist. Wenn
du nachts etwas brauchst oder dir etwas weh tut, dein Fieber richtig hoch oder
sonst etwas ist, wissen sie, wie man dir helfen kann.
Was ist der Unterschied zwischen einer normalen
Krankenschwester und einer Kinderkrankenschwester?
Kinderkrankenschwestern
haben „einen guten Draht“ zu Kindern
und haben sich ihren Beruf genau deshalb ausgesucht. Sie mögen Kinder,
egal wie groß oder klein
sie sind, und wissen, dass es manchmal nicht so einfach mit euch ist.
Kinderkrankenschwestern
lernen in ihrer Ausbildung ganz genau, was kleine Babys, die vielleicht
sogar zu früh auf die Welt gekommen sind, Kindergartenkinder, Schulkinder
und Jugendliche brauchen, wenn sie im Krankenhaus sind.
Krankenschwestern
dagegen haben es meistens nur mit Erwachsenen zu tun, die genau sagen können,
wo es ihnen weh tut oder was ihnen fehlt.
Wir Kinderkrankenschwestern müssen
bei den Kindern, die noch nichts sagen können, durch Angucken und Zuschauen
herausfinden, was ihnen fehlt. Und das ist meiner Meinung nach einer der wichtigsten
Unterschiede.
Gibt es Krankenschwestern für verschiedene
Krankheiten?
Jede Kinderkrankenschwester
kann auf jeder Station arbeiten, aber man lernt natürlich über
die Krankheiten am meisten, die man oft sieht.
Bei uns gibt es ganz unterschiedliche
Stationen: Herzstation, Nierenstation, Früh- und Neugeborenenstation,
auch eine Krebsstation und die Intensiv-Stationen.
Hat man einige
Zeit auf einer bestimmten Station gearbeitet, möchte man vielleicht noch
mehr wissen – nicht nur das, was man alleine in einem Buch lesen kann, sondern
auch, was ein Lehrer einem noch beibringen kann. Man geht dann noch mal auf die Schule.
Wir arbeiten aber ganz normal auf unserer Station weiter, nur ist an bestimmten Tagen eben Schule
angesagt. Nach 2 Jahren macht man dann eine Prüfung und ist z. B. „Intensiv-Schwester“ oder „OP-Schwester“.
Bei welchen Problemen kann ich mich an dich wenden?
Kurz gesagt: Bei allen.
Ob dir etwas weh tut, ob du Schmerzen hast, wenn du traurig bist oder dich
etwas ärgert.
Musst du am Tag und in der Nacht arbeiten?
Ja,
ich arbeite tags und einige Tage im Monat in der Nacht. Das ist am Anfang etwas
schwierig, weil man die ganze Nacht wach bleiben muss und überhaupt nicht
schlafen darf. Wenn aber morgens die anderen Schwestern zum Frühdienst
kommen, denke ich mir: Wow, die müssen jetzt arbeiten und ich darf ins Bett!
Kannst du auch Spritzen geben?
Ja, das kann ich auch. Es gibt aber
verschiedene „Spritzen“. Der Arzt z. B. gibt dir eine Spritze,
wenn die Medizin direkt in dein Blut soll. Ich kann dir eine Spritze so wie
beim Impfen geben, in den Muskel, z. B. am Po oder in den Oberarm; man kann
auch in den Bauch oder seitlich ins Bein spritzen, wie es z. B. Kinder und
Jugendliche mit der Zuckerkrankheit machen.
Was ist der Unterschied zwischen
einem Arzt und einer Kinderkrankenschwester?
Der Arzt entscheidet, welche Behandlung
für deine Krankheit die beste ist. Er überlegt, welche Untersuchungen
gemacht werden müssen, z. B. Blutuntersuchungen, Röntgen oder Ultraschall.
Wenn die Ergebnisse dann alle zusammen sind und er weiß, was dir fehlt,
sucht er die Medikamente aus, die du zum Gesundwerden brauchst.
Die Kinderkrankenschwester
kümmert sich darum, dass du die Medizin, die der Arzt ausgesucht hat,
auch nimmst. Wenn sie dir nicht schmeckt oder du keine Lust hast sie zu nehmen,
haben wir ein paar Tricks auf Lager, die es dir erleichtern.
Deine Eltern haben bestimmt keine ruhige Nacht gehabt, als du in die Klinik gekommen
bist – weil es dir so schlecht ging. Stell dir ein
kleines Kind mit Durchfall vor, dessen Po entzündet und jede halbe
Stunde die Windel voll ist. Wir wickeln das Kind, machen es frisch, geben
ihm zu trinken und die Mutter oder der Vater kann verschnaufen. Tagsüber
haben sie dann wieder Kraft, mit ihm zu spielen.
Oder: du hast schrecklichen
Husten. Es gibt Medizin, die man direkt inhalieren (einatmen) kann; das musst
du aber nicht nur einmal, sondern immer wieder am Tag und in der Nacht machen.
Und deine Eltern sind bestimmt froh, dass wir das nachts mit dir machen.
Also,
der Arzt entscheidet, mit was man dir helfen kann, die Schwester ist aber öfter
und näher bei dir, sie versorgt dich mit allem, was du brauchst, ein bisschen
kann man sie mit einer Ersatz-Mama vergleichen... sie ist auf alle Fälle
dein Freund.
Vielen Dank, Schwester Cordula!
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