Du bist in:
Kinderklinik >> Berufsgruppen >> Kinderkrankenschwester und Kinderkrankenpfleger
themenbild berufe

Besonders empfohlen für:
ab 8 ab 11

Was macht eine Kinderkrankenschwester?

Schwester Cordula

Interview mit Cordula Beisel,
einer Kinderkrankenschwester in einer Kinderklinik

Machen Kinderkrankenschwestern und Kinderkrankenpfleger unterschiedliche Sachen?

„Pfleger“ sind Männer und „Schwestern“ sind Frauen. Der Beruf ist aber derselbe; beide versorgen Kinder und Jugendliche. Obwohl das Wort „Schwester“ im Alltag noch regelmäßig benutzt wird, gibt es seit einiger Zeit eine neue Bezeichnung für diesen Beruf, nämlich Gesundheits- und Krankenpfleger/-in. Die „Schwester“ wird also „Pflegerin“ heißen – auch wenn sie wohl noch lange „Schwester“ gerufen wird ;~)

Es ist übrigens gut, wenn es Pflegerinnen UND Pfleger auf einer Station gibt. Stell dir z. B. einen Jungen vor, der sich das Bein gebrochen hat und mit einem dicken Gips im Bett liegen muss. Auch er muss sich mal waschen, kann es aber nicht alleine. Jetzt sind aber seine Eltern nicht da, die er kennt und ihm helfen können. Wahrscheinlich ist es ihm lieber, wenn ihm ein Mann beim Waschen hilft...?!

 

Was macht eine Kinderkrankenschwester mit den Kindern?

Ich gebe dir zum Beispiel die Medizin, die der Arzt für dich bestimmt hat. Wenn er dich untersucht, bin ich dabei und helfe ihm. Wenn du im Bett bleiben musst, helfe ich dir beim Waschen und Umziehen.
Dein Bett mache ich auch, das kann ich sogar auch dann, wenn du drin liegst. Ich messe deine Temperatur, fühle deinen Puls und putze mit dir die Zähne.

 

Wie sieht der Tagesablauf auf einer Kinderstation aus?

Auf einer Station mit ganz kleinen Babys bestimmen die den Tag! Wenn eines aufwacht, Hunger hat und weint, kriegt es sein Fläschchen und eine frische Windel. Es wird gebadet oder gewaschen, und meist schläft es dann auch wieder ein. Natürlich brauchen auch die Kleinen meist Medizin, sonst wären sie ja nicht in der Kinderklinik!

Auf einer Kinderstation mit größeren Kindern (die, die schon in den Kindergarten gehen oder noch ältere) gibt es meist, wie bei dir zu Hause:

ab 7:30 Uhr Frühstück. Wenn du eine Untersuchung hast, wecken wir dich auch mal eher. Davor messen wir schon deine Temperatur, stellen dich auf die Waage; die Ärzte gucken nach dir, untersuchen dich, um zu sehen, ob es dir schon besser geht.
Wir bringen dir Medikamente oder helfen dir beim Inhalieren. Zwischendrin kannst du dich auch immer wieder hinlegen und ausruhen.
Wenn es dir besser geht und du aufstehen kannst, haben fast alle Stationen ein Spielzimmer, in dem die Zeit bis zum Mittagessen auch schnell vorübergeht.

Um 12:00 Uhr Mittagessen. Ganz schön früh, denkst du? Wenn du später essen willst, ist das kein Problem, dein Name steht auf dem Tablett (damit dir niemand was wegisst) – und warm gemacht ist es schnell. Du bist ja krank, vielleicht hast du Bauchschmerzen oder Fieber, starken Husten oder Durchfall, so dass alles anstrengend für dich ist und du auch bestimmt noch mal ein bisschen schlafen oder mit Mama und Papa kuscheln willst.
Am Nachmittag geht es ähnlich weiter: Ich messe Temperatur und Puls, helfe dir, deine Medizin einzunehmen oder zu inhalieren und bringe dich vielleicht zu einer Untersuchung.

Um 17.00 Uhr Abendessen:
Und nach einem langem Tag im Kinderkrankenhaus, wo du so viele unterschiedliche Menschen siehst, wünschen wir dir, dass du ganz schnell einschläfst und es dir morgen etwas besser geht.
Nachts sind natürlich auch Kinderkrankenschwestern und -pfleger da. Sie hoffen, dass du ruhig schlafen kannst, auch wenn das Bett nicht deines von zu Hause ist und meistens noch ein anderes Kind im gleichen Zimmer dabei ist. Wenn du nachts etwas brauchst oder dir etwas weh tut, dein Fieber richtig hoch oder sonst etwas ist, wissen sie, wie man dir helfen kann.

 

Was ist der Unterschied zwischen einer normalen Krankenschwester und einer Kinderkrankenschwester?

Kinderkrankenschwestern haben „einen guten Draht“ zu Kindern und haben sich ihren Beruf genau deshalb ausgesucht. Sie mögen Kinder, egal wie groß oder klein sie sind, und wissen, dass es manchmal nicht so einfach mit euch ist.

Kinderkrankenschwestern lernen in ihrer Ausbildung ganz genau, was kleine Babys, die vielleicht sogar zu früh auf die Welt gekommen sind, Kindergartenkinder, Schulkinder und Jugendliche brauchen, wenn sie im Krankenhaus sind.

Krankenschwestern dagegen haben es meistens nur mit Erwachsenen zu tun, die genau sagen können, wo es ihnen weh tut oder was ihnen fehlt.
Wir Kinderkrankenschwestern müssen bei den Kindern, die noch nichts sagen können, durch Angucken und Zuschauen herausfinden, was ihnen fehlt. Und das ist meiner Meinung nach einer der wichtigsten Unterschiede.

 

Gibt es Krankenschwestern für verschiedene Krankheiten?

Jede Kinderkrankenschwester kann auf jeder Station arbeiten, aber man lernt natürlich über die Krankheiten am meisten, die man oft sieht.
Bei uns gibt es ganz unterschiedliche Stationen: Herzstation, Nierenstation, Früh- und Neugeborenenstation, auch eine Krebsstation und die
Intensiv-Stationen.

Hat man einige Zeit auf einer bestimmten Station gearbeitet, möchte man vielleicht noch mehr wissen – nicht nur das, was man alleine in einem Buch lesen kann, sondern auch, was ein Lehrer einem noch beibringen kann. Man geht dann noch mal auf die Schule. Wir arbeiten aber ganz normal auf unserer Station weiter, nur ist an bestimmten Tagen eben Schule angesagt. Nach 2 Jahren macht man dann eine Prüfung und ist z. B. „Intensiv-Schwester“ oder „OP-Schwester“.

 

Bei welchen Problemen kann ich mich an dich wenden?

Kurz gesagt: Bei allen. Ob dir etwas weh tut, ob du Schmerzen hast, wenn du traurig bist oder dich etwas ärgert.

 

Musst du am Tag und in der Nacht arbeiten?

Ja, ich arbeite tags und einige Tage im Monat in der Nacht. Das ist am Anfang etwas schwierig, weil man die ganze Nacht wach bleiben muss und überhaupt nicht schlafen darf. Wenn aber morgens die anderen Schwestern zum Frühdienst kommen, denke ich mir: Wow, die müssen jetzt arbeiten und ich darf ins Bett!

 

Kannst du auch Spritzen geben?

Ja, das kann ich auch. Es gibt aber verschiedene „Spritzen“. Der Arzt z. B. gibt dir eine Spritze, wenn die Medizin direkt in dein Blut soll. Ich kann dir eine Spritze so wie beim Impfen geben, in den Muskel, z. B. am Po oder in den Oberarm; man kann auch in den Bauch oder seitlich ins Bein spritzen, wie es z. B. Kinder und Jugendliche mit der Zuckerkrankheit machen.

 

Was ist der Unterschied zwischen einem Arzt und einer Kinderkrankenschwester?

Der Arzt entscheidet, welche Behandlung für deine Krankheit die beste ist. Er überlegt, welche Untersuchungen gemacht werden müssen, z. B. Blutuntersuchungen, Röntgen oder Ultraschall. Wenn die Ergebnisse dann alle zusammen sind und er weiß, was dir fehlt, sucht er die Medikamente aus, die du zum Gesundwerden brauchst.
Die Kinderkrankenschwester kümmert sich darum, dass du die Medizin, die der Arzt ausgesucht hat, auch nimmst. Wenn sie dir nicht schmeckt oder du keine Lust hast sie zu nehmen, haben wir ein paar Tricks auf Lager, die es dir erleichtern.

Deine Eltern haben bestimmt keine ruhige Nacht gehabt, als du in die Klinik gekommen bist – weil es dir so schlecht ging. Stell dir ein kleines Kind mit Durchfall vor, dessen Po entzündet und jede halbe Stunde die Windel voll ist. Wir wickeln das Kind, machen es frisch, geben ihm zu trinken und die Mutter oder der Vater kann verschnaufen. Tagsüber haben sie dann wieder Kraft, mit ihm zu spielen.
Oder: du hast schrecklichen Husten. Es gibt Medizin, die man direkt inhalieren (einatmen) kann; das musst du aber nicht nur einmal, sondern immer wieder am Tag und in der Nacht machen. Und deine Eltern sind bestimmt froh, dass wir das nachts mit dir machen.

Also, der Arzt entscheidet, mit was man dir helfen kann, die Schwester ist aber öfter und näher bei dir, sie versorgt dich mit allem, was du brauchst, ein bisschen kann man sie mit einer Ersatz-Mama vergleichen... sie ist auf alle Fälle dein Freund.

 

Vielen Dank, Schwester Cordula!

Text ausdrucken

Wir bedanken uns beim gesamtem Team der Schwestern und Pfleger der Station K 3 der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin Heidelberg für die Mitarbeit!

zurück zu: Berufsgruppen
 
zur Kinderarztpraxis zur Bibliothek zum Internetcafe zum Spielplatz zum Fitness-Studio zur Startseite