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Besonders empfohlen für:
ab8 ab 14 Jahre

Warum gibt es eine Asthmaschulung?

Beate Riel-Heckhausen

Interview mit
Beate Riel-Heckhausen, Sporttherapeutin und Asthmatrainerin

Warum sollten alle Kinder und Jugendliche mit Asthma an einer Schulung teilnehmen?
« Je mehr du über die Erkrankung weißt, desto besser kannst du sie bekämpfen. Den Verlauf der Asthmabeschwerden kann man sehr gut selbst mitbestimmen, wenn man sich auskennt.

In Deutschland wurden bereits viele Tausend Kinder geschult. Diesen Kindern und Jugendlichen geht es in der Regel besser; sie haben viel weniger Atembeschwerden als die Nichtgeschulten. »

Welche Themen werden da besprochen?
« Nicht nur besprochen... es gibt vor allem viele praktische Tipps, die gelernt und geübt werden, z. B. die Atemtechnik „Lippenbremse“.
In der Sportstunde bekommst du Tipps, wie du Belastungs-Asthma vermeiden kannst, ohne dich zu schonen.
In Rollenspielen werden schwierige Situationen geübt, z. B. soll der Arzt mit dir sprechen, nicht nur mit deinen Eltern. Übungen zur Selbstwahrnemung helfen, dein Asthma frühzeitig zu erkennen, bevor es schlimmer wird. Und dann musst du auch wissen, was zu tun ist, wenn dein Asthma schlimmer wird. »

Ja, und? Was muss ich dann tun?
« Bei einer Erkältung kommt es z. B. häufig vor, dass sich die Atembeschwerden verschlimmern. In solchen Fällen kann eine rechzeitig verstärkte Therapie gegensteuern. Jeder erhält außerdem einen eigenen Notfallplan, den wir im Rollenspiel auch üben. »


Ergospirometrie: Jakobs Atmung wird bei körperlicher Anstrengung untersucht.

Wie kann man das Asthma spüren, bevor es schlimmer wird?
« Es gibt viele, eigene Warnsignale, die wir lange vor der eigentlichen Atemnot spüren können. Manche Kinder spüren das Asthma sehr früh, z. B. durch Räuspern, Kratzen im Hals, Hüsteln… Ungeübte sagen oft, sie hören eine pfeifende Atmung oder können nicht mehr richtig ausatmen. Aber dann sind die Atemwege schon sehr eng. »

Wie lange dauert so eine Asthmaschulung?
« Die Kinder-/Jugendschulung geht über neun Doppelstunden, in der Regel nachmittags. Parallel dazu finden aber auch 6-mal Elternschulungen statt. »

Ab welchem Alter darf man da mitmachen?
« Es gibt Gruppen von 5–7 Jahren, 8–12 Jahren und die Teenager und Jugendlichen. »

Wer bezahlt die Schulung?
« Die Krankenkassen übernehmen in der Regel die Kosten. »

Wie wird man Asthmatrainer?
« Asthmatrainer können Ärzte, Krankenschwestern, Psychologen, Sporttherapeuten und Pädagogen werden. Man braucht Berufserfahrung und macht dann die Ausbildung zum Asthmatrainer für Kinder und Jugendliche.
Diese Berufsgruppen bilden dann auch das Schulungsteam. »

Was sagen Sie einem Kind, das lieber zum Fußball-Training geht als in die Asthmaschulung?
« Ich habe die Kinder gefragt, ob es sich gelohnt hat zur Asthmaschulung zu kommen. Die meisten Antworten waren sehr positiv.
Z. B. durften Kinder nun alleine mit auf Klassenfahrt oder bei Freunden übernachten ohne Angst der Eltern. Viele berichten, dass die Eltern nun mehr Vertrauen und Freiräume geben, gerade was Medikamente und Inhalation angeht. Da gibt’s nämlich häufig Streit.
Im Sport höre ich auch Positives: Einige Asthmakinder sind sogar Leistungssportler geworden. »

Vielen Dank, Frau Riel-Heckhausen!

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