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Mein Diabetes und ich

Lea hat Diabetes Hallo, ich bin Lea,

werde bald 8 Jahre und gehe im Moment noch in die 1. Klasse einer Montessori-Schule. Meine Hobbys sind Tiere und Lesen, außerdem gehe ich jede Woche zur Musikschule, weil ich dort Violine lerne. Das macht auch Spaß, ist aber auch sehr anstrengend.

In die Schule gehe ich gerne, naja meistens, weil ich dort meine Freunde habe. Hier zu Hause hab ich noch 2 kleine Brüder, einen ganz kleinen, der gerade mal 8 Wochen alt ist, und einen mittleren, Till, der wird im August 3.

Mit Till kann man ja schon richtig spielen, aber manchmal ist es auch lästig, große Schwester zu sein.

Diabetes
Ein paar Wochen nach meinem 5. Geburtstag ging das mit dem Diabetes los, also vor knapp 3 Jahren. Damals war ich ja noch im Kindergarten, als ich plötzlich immerzu Durst hatte. Die Kindergärtnerinnen haben sogar mit mir geschimpft, weil ich den anderen Kindern immer alles wegtrinken würde, und sagten: "Morgen bekommst du nix mehr zu trinken!" . Und sie haben gemeckert, wenn ich immerzu auf Toilette zum Pullern mußte. Das fand ich gemein, ich konnte ja nichts dafür.

Meine Mama hat sich ja erst noch darüber gefreut, weil ich plötzlich genug getrunken habe, ohne daß sie mich daran erinnern mußte. Aber als das bald immer schlimmer wurde, und ich immer mehr und immer öfter trinken wollte und alle paar Minuten aufs Klo mußte, da ist ihr das dann unheimlich geworden. Sie hat dann aus der Apotheke ein paar Teststreifen geholt und hat mir erklärt, daß ich da mal drauf pullern müßte, weil es da so eine Krankheit gibt, die "Zucker" heißt und wo das mit dem Pullern und Trinken eben auch so wär.

Das haben wir dann zu Hause gleich gemacht, und die Farbe auf dem Teststreifen, die eigentlich gelb sein sollte, war plötzlich ganz dunkelblau, das hieß, das im Pipi ganz viel Zucker drin war.

Gleich am nächsten Morgen, als es mir schon ganz schön schlecht ging, weil ich so schlapp und müde war und die Treppe fast heruntergefallen wäre, kam ich dann ins Krankenhaus.
Dort kam ich gleich an den Tropf und hab ganz viel geschlafen. Dann wurde mir immerzu Blut abgenommen, ich war ganz tapfer und hab nicht geweint!
Meine Mama und mein Bruder, der damals grad 2 Monate war, blieben mit bei mir im Krankenhaus, auch nachts, das war schön, weil ich da nicht so alleine war.
Die Schwestern haben mich sogar gefragt, ob ich noch im Gitterbett schlafen wollte, dabei war ich doch schon 5!

Dann kam die Ärztin, die hat uns dann erklärt, daß ich tatsächlich Diabetes hab, und zwar diesen Typ 1, bei dem man immer Insulin spritzen múßte.
Meine Eltern haben das dann alles im Krankenhaus gelernt, bei so einer Schulung, wie sie mein Essen berechnen, wie man den Blutzucker mißt und Insulin spritzt, wieviel man spritzt, was man macht, wenn der Zucker mal ziemlich hoch ist, oder zu niedrig...

Erst als sie das alles ganz gut konnten, durfte ich wieder nach Hause.

Was ist das eigentlich, Diabetes?

Also, es gibt ja verschiedene Arten Diabetes, die meisten Leute kennen den Typ 2, den haben viele ältere Leute, aber auch immer mehr Kinder, wenn sie zu dick sind und sich zu wenig bewegen. Ich hab aber den Typ 1 Diabetes, den haben nicht so viele, und den bekommen die meisten als Kind oder Jugendliche.
In Deutschland gibts wohl so ungefähr 25 000 Kinder und Jugendliche mit diesem Typ 1 Diabetes. Das ist nicht viel, und deswegen kennen viele Leute sich auch nicht damit aus.

Bei meinem Diabetes ist es so, daß in meiner Bauchspeicheldrüse bestimmte Zellen plötzlich immer weniger werden. Diese Zellen heißen Langerhans'sche Inseln, die machen das Insulin für den Körper.

Insulin ist wie ein Schlüssel: Meine Muskeln und ganz viele andere Teile meines Körpers brauchen Zucker, um richtig funktionieren zu können. Diesen Zucker erhalten sie aus der Nahrung, also das was ich jeden Tag so esse. Muskeln und alle anderen Organe bestehen ja aus ganz vielen Zellen, und dort hinein muß der Zucker. Das geht aber nur, wenn das Insulin die Zellen aufschließt, so ähnlich wie ein Schlüssel ein Schloß öffnen kann. Wenn nun das Insulin immer weniger wird und irgendwann ganz fehlt, gehen diese "Schlösser" in den Zellen nicht mehr auf, und der Zucker kann nicht rein, dann funktioniert der Körper nicht mehr richtig.

Der Zucker ist dann im Blut und wird dort immer mehr, die Nieren versuchen dann, den Zucker mit dem Urin auszuspülen, das alles macht viel Durst und man muß ständig aufs Klo. So war das ja bei mir dann auch.

Damit alles wieder richtig funktioniert, braucht man also das Insulin. Und weil man das nicht wie eine Tablette schlucken kann, muß man sich das Insulin jeden Tag spritzen. Damit man aber weiß, wieviel, muß man auch jeden Tag seinen Blutzucker messen, das geht ganz einfach mit einem Meßgerät und einem kleinen Piekser.

Lea pickstIch stech mit dem Piekser immer seitlich in die Fingerkuppen, bis ein Tröpfchen Blut rauskommt, dieser Tropfen kommt dann auf einen kleinen Meßstreifen im Meßgerät, und nach ein paar Sekunden wird der Blutzuckerwert angezeigt. Meine Eltern rechnen mir dann genau aus, wieviel Insulin ich spritzen muß, damit ich dann etwas essen kann. Das Messen finde ich aber ziemlich blöd, weil es ja auch immer ein bisschen weh tut.

 

Lea am Familientisch

"Hier sitze ich mit meiner ganzen Familie am Tisch und gebe mir gerade eine Insulinspritze. Wenn du genau hinguckst, kannst du es sehen. "


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